Ziel der psychologischen 
          Tinnitusbehandlung

Ob der Tinnitus ein Geräusch ist, das aus dem Ohr stammt oder wie bei vielen nur Fehlschaltung in Ihrem Gehirn, ist für ihr Befinden eigentlich egal.

Auf jeden Fall beeinflusst ein Tinnitus ihr Wohlbefinden in ihrem Alltag erheblich. Die Fehlschaltung unterhalb ihrer Bewusstseinsebene führt dazu, dass sie ein Geräusch, einen Ton empfinden, den sie mit ihrem Willen weder beeinflussen noch abschalten können.

Sie müssen Techniken erlernen, mit denen sie ihr Gehirn von den Fehlinformationen ablenken können.

Ziel der psychologischen Tinnitusbehandlung ist, dass sie lernen

  • die durch den Tinnitus ausgelösten und verstärkten Beschwerden zu lindern.
  • den Zusammenhang von Stress und Tinnitus zu verstehen.
  • die Bewertung des Tinnitus als Verursacher Ihrer Beschwerden zu verändern.
  • somatische Beschwerden zu vermindern, wieder besser zu schlafen.
  • das Zusammenspiel von Körper, Geist und Psyche besser zu verstehen.

Wir sind gewohnt, das wir Geräusche weg schalten, gar abschalten können oder zumindest uns davor schützen können. Diese Erfahrung wollen wir auch nicht aufgeben. Und deshalb hoffen auch die meisten vom Tinnitus Betroffenen immer noch, dass sie ein Methode finden werden, das Geräusch abzuschalten.

Doch genau diese Hoffnung müssen sie aufgeben, wenn sie zu mir in eine Behandlung möchten. Dies ist einer der wichtigsten und zugleich schwierigsten Schritte im Rahmen einer sinnvollen Tinnitus-Behandlung. Die Hoffnung ist immer das, was wir Menschen zuletzt aufgeben. Diesmal müssen sie sie zuerst aufgeben, zumindest dazu bereit sein

Mit einem Einstieg bei mir ist es notwendig, dass sie anerkennen, dass sich das Geräusch nicht “weg machen” lässt.

Erinnern sie sich daran, was sie bisher schon versucht haben. Alle Bemühungen, die sie zum reinen Wegmachen unternehmen, führen oft nur noch mehr in ihre Beschwerden hinein.

Das klingt zunächst wenig hoffnungsvoll. Es eröffnet ihnen den Weg, mit dem sie einen Umgang mit dem Tinnitus finden können, so dass er seinen störenden Einfluss mit dem Fortgang der psychologischen Behandlung verliert.

Es geht darum, nicht etwas gegen den Tinnitus zu machen, sondern mit dem Tinnitus leben zu lernen.

Aktiv geschieht dies dadurch, dass sie lernen, ihr Gehirn und ihr Bewusstsein von dem empfundenen Geräusch abzulenken. Ihr Gehirn soll dazu lernen, dass das empfundene Geräusch nichts besonders bedeutet und es deshalb von ihm auch nicht besonders zu beachten ist.
Wenn es ihnen möglich wird, das empfundene Geräusch immer wieder einzuordnen und seinem Auftreten eine Bedeutung zu geben, verliert das Geräusch für sie immer mehr an Gefährlichkeit.

Psychische und somatische Folgen eine Tinnitus

Gelingt es ihnen nicht die Bedrohlichkeit zu reduzieren, reagiert Ihr Körper wie bei realen Geräuschen und Lärm. Er schüttet vermehrt Stresshormone aus.

Die Folgen daraus sind häufig:
Sie werden nervös und gelangen in eine angespannte Wachsamkeit. Auswirkungen davon sind:

  • hoher Blutdruck,
  • Herzkreislaufstörungen,
  • Konzentrations- und Kommunikationsstörungen,
  • schlechtes Schlafen,
  • gereizt sein.
  • Zu den akuten Beschwerden können alte Ängste und vergessene körperliche, seelische Beschwerden aktualisiert werden.

Zunächst sieht es so aus, als würde der Tinnitus diese Beschwerden alle auslösen. Je mehr sie die Zusammenhänge verstehen, werden sie erkennen, das es nicht der Tinnitus ist, sondern die Reaktion ihres Körpers und Ihrer Psyche auf das nicht beeinflussbare Geräusch.

Beginn und Dauer eines Tinnitus

Ein Tinnitus tritt plötzlich auf. Schön wäre es, wenn er genauso plötzlich verschwinden würde. Das ist manchmal auch der Fall. Doch verlassen sie sich nicht darauf, sondern beginnen sie möglichst bald mit einem konsequenten psychologischen Training.
Erst wenn sie selber von einem Erfolg dieser Möglichkeiten überzeugt sind, werden sie mit uns einen Trainingsplan entwickeln und durchführen, der ihnen helfen wird.

Psychologisches Training

Mit dem psychologischen Training verliert der Tinnitus für sie seine bedrohliche Seite. Sie lernen ihn als einen Freund kennen und schätzen. Er taucht nämlich meistens dann verstärkt auf, wenn er merkt, dass sie gegen ihren Körper oder ihre Psyche leben.

Es gibt nicht einen einzigen Weg, um mit ihrem Tinnitus gut Freund zu werden. Sie müssen Unterschiedliches kennen, ausprobieren und unterschiedlich reagieren lernen. Je mehr Möglichkeiten sie kennen, um so weniger muss der Tinnitus sie lehren, was zu tun ist, damit Sie sich wieder wohler fühlen können.

Auch wenn sie bisher schon einiges scheinbar ergebnislos versucht haben, ist es wichtig, nicht in Hoffnungslosigkeit zu verfallen. Versuchen sie mehr zu verstehen, das die Auswahl ihrer bisherigen Lösungen einfach noch nicht groß genug ist und sie sehr Lösungspotential erweitern müssen.

Tinnitus, aus einem Feind wird ein Freund

Ein Tinnitus lehrt sie, wie sehr sie bisherige Lebensweisen zu verändern haben. Er zeigt ihnen auch, dass nicht jede Veränderung auch eine Verbesserung ihrer Lebensqualität bedeutet. Er ist ein konsequenter Lehrmeister, der sie immer wieder eindrücklich dazu auffordern wird, etwas zu verändern, neue Wege zu suchen und auszuprobieren.

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Psychologische Praxis
Dipl. Psychologe Hans Jörgen Wevers (BDP)
Psychologischer Psychotherapeut und Heilpraktiker
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