Missbrauch und 
              Traumatisierung

Bücher zum Thema
bei
 

Auf diesen Seiten sind sie richtig:

  • wenn sie mehr darüber wissen möchten, was Missbrauch bedeutet.
  • wenn sie die Folgen eines Missbrauch überwinden möchten.
  • wenn sie herausfinden möchten, ob ihre körperlichen und gefühlsmäßigen Reaktionen mit einem Missbrauch zusammen hängen könnten.
  • wenn sie ihre gefühlsmäßige und körperlichen Reaktionen nicht einordnenden können.

Wer das Wort Missbrauch hört, denkt sehr schnell an sexuellen Missbrauch verbunden mit körperlicher Gewalt. Die wenigste wollen wahrhaben, dass körperlicher und seelischer Missbrauch von Kindern und Erwachsenen mit Anwendung von Gewalt nur die Spitze des Eisbergs ist. Meistens vermeiden Täter die Anwendung von körperlicher Gewalt. Oft sind Täter Familienangehörige oder gute Bekannte des Opfers. Der Missbrauch findet häufig in einem für das Opfer geschützten Rahmen statt, in der Familie, in der Ehe, in der Schule, am Arbeitsplatz.

Die besondere, intensive menschliche Beziehung zwischen Opfer und Täter, machen es dem Opfer oft schwierig bis unmöglich den laufenden Missbrauch offen zu machen und ihm damit ein Ende zu bereiten. Kinder nehmen den Missbrauch als ein nicht zu änderndes Übel in Kauf, was die Täter oft als Zustimmung interpretieren.

Was dem Opfer manchmal nur bleibt, ist die Hoffnung, der Täter verliert die Lust am Missbrauch. Ein andere Möglichkeit besteht manchmal darin, dass das Opfer  genügend Kraft sammelt, sich aus der Abhängigkeit löst und danach den Missbrauch selber beendet. Wenige Opfer haben das Glück, dass der Missbrauch durch mitmenschliche Reaktionen und Eingreifen der Umwelt beendet wird.

Je jünger ein missbrauchter Mensch ist, um so weniger kann  er seine Hoffnung in die Zeit setzen. Kinder unter 10 Jahren wissen noch nicht, dass  mit der Zeit alles anders wird. Sie haben noch kein Bewusstsein von Zeitabschnitten.

Für viele Kinder und Erwachsene hieß und heißt das, alleine mit der Situation und den Folgen des Missbrauchs fertig zu werden.

Was ein Missbrauch für den einzelnen und für sein Leben bedeutet, wissen Außenstehenden nicht abzuschätzen. Oft sind sich die Betroffenen, die Opfer auch nicht bewusst, was der Missbrauch angerichtet hat. Es ist die eigene Seele, die Psyche, das Gehirn, dass ein Opfer vor dem Bewusstsein des Traumas und seinen Folgen schützt.

Bei besonderen, bedrohlichen Ereignissen hilft das Gehirn uns Menschen nämlich mit dem Erlebnis klarzukommen, in dem es die Gefühle und oft sogar die Erinnerung an das Ereignis abspaltet. Das Opfer fühlt die wirkliche Bedrohung nicht mehr. Die wirkliche Bedrohung wird unbewusst verleugnet. Das Opfer sichert sich mit den Techniken des Verleugnen und Verdrängen und Vergessen sein Überleben.


Anregungen und Rückmeldungen an den
       copyright © Hans Jorgen Wevers Mönchengladbach, den 02/12/10